Meilensteine der Unternehmensgeschichte

  • 1717: Da die beiden Hammerwerke Philippsburg und Altenhammer bei Floß nicht mehr ausreichend Bomben und Haubitzgranaten für das kaiserliche Zeughaus in Wien herstellen können, gründet Theodor Eustach Pfalzgraf im Herzogtum Sulzbach ein drittes Eisenwerk im Amt Parkstein-Weide. Am 27. September 1717 ist der Hochofen fertiggestellt und wird nach der Verpflichtung der Arbeiter „angelassen“
     
  • 1719: Um das Roheisen direkt zu Schmiedeeisen verarbeiten zu können, beginnt man mit der Errichtung eines Hammerwerks – daher die Bezeichnung „Weiherhammer“ für den Ort.
     
  • 1730: Ansiedlung der ersten Arbeiter, Köhler und Fuhrleute gegenüber des Werkes. Die kleine Ansiedlung nennt sich „Weihersdorf“, später „Beckendorf“.
     
  • 1832: Neben den Gießereiprodukten werden in Weiherhammer erstmals auch Wagenachsen hergestellt. Es ist das Entstehungsjahr der Maschinenfabrik.
     
  • 1875: Die Bayerische Ostbahn eröffnet die Eisenbahnlinie Weiden – Neukirchen/Sulzbach-Rosenberg. In der Folgezeit profitiert Weiherhammer spürbar von der Bahnstation, in der eine Postund Bahnexpedition untergebracht ist. Das führt mittelbar dazu, dass das Umschmelzen von importiertem Roheisen im Kupolofen günstiger wird als die Gusseisenerzeugung aus Erz im Holzkohlehochofen.
     
  • 1927: Die Firma BHS (Bayerische Berg-, Hütten-und Salzwerke AG) wird gegründet. Der Freistaat Bayern bringt dadurch Regiebetriebe, die bisher als Ämter geführt wurden, gegen Ausgabe von Aktien in diese neue Gesellschaft ein. München bleibt Sitz der Gesellschaft und der Hauptverwaltung.
     
  •  Die eigene Produktion wird nach dem Ersten Weltkrieg durch die Herstellung von Glaspoliermaschinen, Wanderrosten, Motorstraßenwalzen und Müllereimaschinen erweitert.
     
  • 1952: Am 12. Februar wird Weiherhammer durch die Trennung von der Muttergemeinde Etzenricht kommunal eigenständig. Das verleiht dem Ort in der Folgezeit eine starke Wachstumsdynamik; eine Vielzahl von Geschäften und Kleinbetrieben entstehen.
     
  • 1960: Das Entstehungsjahr der BHS – so wie sie noch heute aufgestellt ist. Der BHS-Vertriebsleiter Paul Engel schlägt vor, in die Entwicklung und Konstruktion von Maschinen für die Wellpappenerzeugung zu investieren. Bereits ein Jahr später wird die erste Wellpappenanlage an die Firma Stahl in Fleck/Lengries geliefert. Niemand ahnt damals, dass dieser neue Produktionsbereich heute einen Spitzenplatz in der weltweiten Wellpappenerzeugung einnimmt.
     
  • 1969: Der Anteil der Herstellung von Wellpappenmaschinen in der Maschinenfabrik beläuft sich mittlerweile auf 80 Prozent der gesamten Produktion.
     
  • 1972: Im Zuge der Gebietsreform werden Markt Kaltenbrunn, Dürnast und Trippach in die Gemeinde Weiherhammer eingegliedert; der Zusammenschluss der Gemeinden erfolgt 1976. Kurz zuvor ist das bis dato gemeindefreie Gebiet „Etzenrichter Forst“ eingemeindet worden und schafft Raum für die Ansiedlung weiterer Industriebetriebe.
     
  • 1990: Der Umsatz der Gießerei schmilzt im Verhältnis zum Gesamtumsatz des Unternehmens immer weiter; 1990 beträgt er lediglich noch ein Siebtel. Um beide Produktionen auch wirtschaftlich voneinander abzulösen, wird die Gießerei in die neugegründete Gusstec GmbH ausgegliedert. Die BHS ist seitdem als reines Maschinenbauunternehmen tätig.
     
  • 1991: Der Freistaat Bayern verkauft sämtliche Aktien der BHS AG an das Chemieunternehmen SKW Trostberg AG (später Degussa AG). Diese verkauft beziehungsweise saniert in den Folgejahren sämtliche Geschäftsfelder oder legt diese still. Als reine Holding-Dachgesellschaft ohne operativen Geschäftsbetrieb wird die BHS AG später auf die SKW Trostberg AG verschmolzen.
     
  • 1993: Der ausgegliederte Wellpappenbetrieb geht an die neuen Eigentümer Paul Engel und Edmund Bradatsch über. Das Unternehmen verfügt zu diesem Zeitpunkt über einen Personalstamm von 330 Mitarbeitern. Die neue „BHS Corrugated“ erlebt einen rasanten Aufstieg und sichert sich schnell einen Spitzenplatz als Entwickler und Konstrukteur von Wellpappenanlagen.
     
  • 2002: BHS Corrugated baut ihre erste Wellpappenanlage in Arbeitsbreiter 3,30 Meter. Auftraggeber ist das Unternehmen Prowell.
     
  • 2015 bis jetzt: 65 Millionen Euro investiert der Hersteller von Wellpappenanlagen in die Gebäudeinfrastruktur am Hauptunternehmenssitz. Größtes und sichtbarstes Projekt ist der Neubau des „Lifecycle-Building“, das fast sämtliche Büroarbeitsplätze am Standort unter einem Dach vereint, als auch die neuen Montagehalle inklusive Fließfertigung und Erweiterung der Riffelwalzenfertigung.
     
  • Heute ist die „BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH“ Weltmarktführer auf dem Gebiet der Entwicklung, Herstellung und Montage von  Wellpappenanlagen. Die Unternehmensführung obliegt den beiden Söhnen von Paul Engel, Christian Engel als Sprecher der Geschäftsführung und Lars Engel als Verantwortlicher für den Vertrieb.